Russische Visa - schwer zu bekommen?

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Russische Visa - schwer zu bekommen?

Beitragvon yan » Donnerstag 23. September 2004, 12:02

Wie schwer ist es eigentlich wirklich, ein Visum für Russland zu bekommen? Ich überlege, nächstes Mal mit der Bahn in den Fernosturlaub zu fahren, aber dann brauche ich wenigstens ein russisches Transitvisum - natürlich ein Doppelvisum. Wie kompliziert ist das für deutsche Staatsbürger? Nach Berlin fahren ist kein Problem, aber ich habe keine Lust, für den kleinen Aufkleber im Paß allzuviel zu bezahlen.
yan
 

Beitragvon Pantitlan » Freitag 24. September 2004, 19:47

Das ist sicherlich eine spannende Option, mit dem Zug dorthin zu fahren. Soweit ich weiss stellt jedoch das Ticket für die Transsibirische Bahn (Diskussion hier) ein Problem dar.

Zum Visum: ich glaube, man braucht noch immer ein Nachweis eines Hotelzimmers. Aber diese zu fälschen oder zumindest zu organisieren, dafür gibt es schon professionelle Organisastionen. Ich finde es höchst erstaunlich, dass Russland noch immer die Visabestimmungen der Sowjetunion beibehalten hat, zumal gerade Petersburg und Moskau ein grösseres Publikum für Städtereisen anlocken dürfte, wenn es Visumfrei wäre.

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Beitragvon Gast » Samstag 25. September 2004, 14:17

Naja, aber wenn Visa+Bahnticket mich am Ende ähnlich viel kosten wie ein Flugticket nach Beijing, lohnt es sich irgendwie nicht. Rußland ist zwar interessant, aber Fliegen und ein bißchen Bus+Bahn fahren dauert dafür nicht ganz so lange.
Ich glaube Rußland macht ein bißchen Streß weil Visa für die EU so schwer zu bekommen sind. Solange illegale russische Emigranten für die EU ein größeres Problem darstellen als russische Einreisebestimmungen wird sich daran aber wohl auch nichts ändern.
Gast
 

Beitragvon Pantitlan » Samstag 25. September 2004, 15:42

Ich glaube sogar, dass das Flugticket um einiges preiswerter als der Zug ist. Aber die meisten Leute nehmen den Zug ja auch nicht, um Geld zu sparen. Zumindest tun sie das heute nicht mehr - früher war das wohl einmal so.

Hm... Du meinst also, dass Russland versucht, auf die EU Druck auszuüben? Schon möglich, aber letztlich wäre es doch im Russischen Interesse, Tourismus anzuziehen, zumal aus Europa wohl nicht so viele illegal nach Russland emigrieren wollen. (Nur so ne Vermutung...) :)

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Beitragvon yan » Montag 27. September 2004, 11:47

Vor zwei Jahren haben wir in Ulaanbaatar jede Menge Polen getroffen, die (zumindest auch) aus finanziellen Gründen mit der Bahn dorthin und weiter nach China gefahren sind. Dabei sind z.B. Aeroflot-Flüge von Warschau nach UB schon wesentlich billiger als von Berlin nach UB. Sie hatten sich die Tickets zwar am Einheimischenschalter besorgt, aber wenn man in Moskau jemanden kennt, der einem helfen würde, wäre das ja vielleicht auch kein so großes Problem. In die Gegenrichtung sind die Züge angeblich sogar nochmal etwas billiger. Aber wenn das Visum ein Heidengeld kostet und man außerdem erst von Pontius bis Pilatus rennen muß, damit man überhaupt eins bekommt, lohnt es sich einfach nicht! Zumal der Transfer nach Moskau und zurück ja auch nochmal etwas kostet (mit dem Bus z.B. ca. 70 Euro + zwei weißrussische Transitvisa).



Wahrscheinlich ist für das russische Außenministerium Tourismuswerbung nicht die alleroberste Priorität, verglichen mit unsinnigen Regeln die eine bessere Überwachung von Ausländern ermöglichen sollen (oder auch mit unterschwelligen Statements gegen die harten Visaregeln in Westeuropa). Aber mittlerweile steht es da ja nicht mal mehr so alleine da.

Interessanterweise sieht China das ja alles viel entspannter, aber natürlich meldet da auch jedes Hotel von alleine die Namen, Paß- und Visadaten ans Public Security Office weiter.

Der vorletzte Beitrag ("Gast") ist übrigens auch von mir.
yan
 

Beitragvon Leftwing » Montag 27. September 2004, 19:26

Zum Visum:
Es ist korrekt das nach wie vor der Nachweis zur Übernachtung erbracht werden muss (Im Gegensatz zur Ukraine, dort hat das gendert wie es aussieht).
Es gibt aber folgende Optionen:
1.) du kennst jemanden dort (oder "lernst jemanden kennen"...)
2.) Mittels eines Austauschbüro. In der Schweis macht das zum Beispiel der Reisedienst der Gesellschaft Schweiz-Russland (www.schweiz-russland.ch). Die haben ein Reisezentrum in Leningrad. Für die Dauer deines Aufenthalts "wohnst" du dann bei denen, während du in der Zeit irgendwo in Russland rumfährst. Am besten guckst du mal auf der Seite oder setzt dich mit dem Reisedienst in Verbindung, die können dich sicher an was ähnliches in Deutschland vermitteln...
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Beitragvon yan » Montag 27. September 2004, 20:42

Zu 1. : Wie schwierig wäre es denn für meine Bekannten, mir mit dem Visa zu helfen? Hier in Deutschland sind mitunter ganz schön deftige Sachen notwendig (z.B. 2500,- Euro als Kaution an die Ausländerbehörde zu verpfänden), um jemanden einzuladen.
Drei Tage auf verschiedenen russischen Ämtern zu verbringen möchte man guten Bekannten natürlich auch nicht unbedingt zumuten.

Zu 2. : Diese Tricks mit den Übernachtungen sind mir schon bekannt. Aber die Agenturen lassen sich das sicher auch extra bezahlen, oder?

Wie es aussieht, kostet ein Transitvisum übrigens mehr als ein normales Touristenvisum, der Papierkram scheint bei mehr als 72h Aufenthalt auch gleich schlimm zu sein. Also besser gleich ein Touristenvisum beantragen.
yan
 

Beitragvon Marco » Dienstag 28. September 2004, 09:30

Hallo allerseits,

vor meinen Fahrten 2000 und 2001 nach Russland mussten wir uns auch reichlich Visa besorgen, da Weißrussland, die Mongolei und China noch hinzukamen...
Für Russland benötigt man formell eine Einladung, die man bei einer Reiseagentur (in Berlin: Sputnik Reisen oder Vostok Reisen) für einen Geldbetrag erwerben kann.
Geht man auf eigene Faust zur Botschaft muss man an eine richtige Einladung mitbringen. Ein Nachweis der Unterkunft ist mir allerdings nicht bekannt. Universitäten schicken einem in der Regel Einladungen zu.
Ein Punkt ist auch die Registrierung in Russland vor Ort. Da gibt es unterschiedliche Meinungen.
Das zweite Mal ließen wir uns nicht registrieren, und es passierte bei der Ausreise nichts. Andere berichten das Gegenteil.
Dran denken sollte man an das Transsitvisum für Weißrussland, falls man mit der Bahn nach Moskau reisen möchte! Die Behörden in Weißrussland sind wirklich ein Fall für sich!!

Viele Grüße von Marco aus Berlin


****

Infos und Fotos von der Transsib:

http://sambamarco.piranho.de/Zug.htm
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Beitragvon Leftwing » Dienstag 28. September 2004, 12:19

Yan:
Zu Punkt 1 weiss ich nciht wie die Bedinungen in Russland aussehen für eine Privat-Einladung, ob auch da eine Kaution fällig ist wie bei uns und scheinbar auch in Deutschland.
Punkt 2: Du bezahlst natürlich auch die Agentur, es sind aber im Falle des Reisedienstes der GSR keine Unsummen, der genaue Betrag weiss ich aber auch nicht (<100 CHF sicherlich)

Auch ich habe schon verschiedene Geschichten gehört im Falle einer Registrierung. Dies ist aber nur der Fall wenn man keine exakte Reservation hat nehm ich an? Wir haben usn nie registriert aber möglicherweise hat dies die Jugi übernommen. Bei der wiedereinreise hatten wir auch ein Transitvirum. Wir haben es in Estland gelöst und es war dort ein Kinderspiel. Pass abgeben, das war alles.

Belarus ist dann ein Thema für sich ;)
Leftwing
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Beitragvon Marco » Donnerstag 7. Oktober 2004, 12:03

Man hört wirklich die unterschiedlichsten Dinge, und die Lage kann sich monatlich ändern. Zudem können die Behörden bei der Einreise auf dem Flughafen von Artem bei Vladivostok völlig anders reagieren als auf dem Flughafen in Moskau.
Üble Geschichten hörte ich von den Grenzübergängen Russlands zu den zentralasiatischen Ländern, wie Kasachstan etc...

Es grüßt Marco :wink:


Tipp - Ein Reisebericht über die Transsib im aktuellen Reisebuch:
http://www.13reise-fragmente.de.vu
Marco
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Russalnd-Visum, leicht gemacht

Beitragvon mongophil » Mittwoch 2. März 2005, 17:33

Vor einigen Jahren habe ich (als Deutsche) in Zürich in einem Reisebüro das darauf spezialisiert war sehr einfach, sehr schnell und günstig (damals ca. 100 Franken) bekommen, ohne persönliche Einladung und Kram. Ob es das Reisebüro noch gibt weiss ich nicht, es hiess ungefähr Ost-West-Travel und war in der Züricher Innenstadt.

Anja
mongophil
 

die Adresse

Beitragvon mongophil » Mittwoch 2. März 2005, 17:52

Hier noch die Adresse von dem Reisebuüro (siehe vorherigen Beitrag):
East-West Tours and Travel GmbH
Uraniastr. 14
Zürich
01 211 30 40
01 211 30 42

Anja
mongophil
 

Re: Russische Visa - schwer zu bekommen?

Beitragvon traveller14 » Montag 15. August 2016, 14:52

Ich kann dir sagen, dass für Visa Russland oft bestimmte Unterlagen benötigt werden, meist eine spezielle Einladung. Was benötigt wird, kann aber je nach Visum-Kategorie sehr unterschiedlich sein. Ich hab mich bei meiner Russlandreise an eine Agentur gewandt und kann das nur jedem empfehlen. Mit hat 1a Visum sehr geholfen, haben mich gut beraten und sich um meine Einladung gekümmert. Lief dann alles glatt. :)
traveller14
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Re: Russische Visa - schwer zu bekommen?

Beitragvon Hooli » Montag 15. August 2016, 19:09

traveller14 hat geschrieben:Ich kann dir sagen, dass....oft bestimmte Unterlagen benötigt werden, meist eine spezielle Einladung.


Traveller, ja, deine Erfahrung interessiert mich sehr:

also: ich wohne in Berlin und will demnaechst ein Wochenende nach Moskau und da in einem guten Hotel schlafen. Die Reise ist rein touristisch.

Benoetige ich da eine "spezielle Einladung"? Wenn ja, von wem? Was waren deine Erfahrungen?
Hooli
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